BILDHAUEREI

 

BILDHAUEN ist mehr als Bilder hauen

Als Bildhauerin fertige ich Plastiken und Skulpturen, Objektkunst und Installationen aus ganz verschiedenen Materialien.

Bei meinen Objekten und Installationen verwerte ich sehr gerne Dinge, die sonst weggeworfen werden würden. Zum einen ist mir der Gedanke der Nachhaltigkeit wichtig, zum anderen kommen mir die besten Ideen, wenn ich am Sperrmüll anderer Menschen oder Schrotthaufen vorbeilaufe, herrenlose Radkappen seit Wochen irgendwo liegen sehe, Massen an Datenträgern wie Schallplatten oder CDs den neuen Medien weichen müssen, Umverpackungen von Lebensmitteln eine tolle Form haben usw. Zudem finde ich sehr gerne heraus, was mit den verschiedenen Materialien in der dreidimensionalität künstlerisch möglich ist. Aus  den Experimenten werden Erkenntnisse und eben auch überraschende Gebilde. Und dann habe ich so viele Themen, die in mir brodeln und dringend nach außen wollen, wo sie oft auch hingehören, denn es geht meist um uns Menschen - und deshalb müssen wir Menschen sie auch sehen. 

Deshalb kann ich auch kaum klein arbeiten, weil die Dinge Raum brauchen.

Für die klassische Bildhauerei kommen auch die klassischen Materialien zum Einsatz wie Stein, Holz, Gips, Ton, Bronze usw.

Holz ist ein wunderbarer warmer Werkstoff, aus welchem mit Bildhauerbeitel und Klüpfel oder mit Maschineneinsatz ganz faszinierende Kunstwerke entstehen, die durch den Farbton des Holzes und die Maserung große Überraschungen bereithalten. Ich liebe es besonders, wenn sich bei den organischen Formen die Jahresringe über die Rundungen legen, gerade so, als ob sie sie einrahmen möchten.

Stein ist eine Urgewalt, nicht nur im Sinne seiner Entstehung, sondern auch mit Blick auf seine Bearbeitung aber vielmehr noch, was seine Wirkung in Form der fertiggestellten Figur anbelangt. Der eher kühle Werkstoff erwärmt sich bei Berührung. Als ganz besonders schön empfinde ich den Gegensatz zwischen naturbelassenen und geschliffenen Oberflächen innerhalb eines Werkes. Auch hier überrascht der Werkstoff mit seinen Farben, Maserungen, Einschlüssen, was oft erst am Ende der Arbeit sichtbar wird.

Gips bietet, in Kombination mit einem tragfähigen Gerüst aus Metalldraht, Holz oder Pappe, unzählige Möglichkeiten, kleine und großformatige Objekte zu entwickeln. Besonders gut eignet er sich, um Rundungen herauszuarbeiten. Wenn die Gipsschicht durchgetrocknet ist, kann geraspelt und geschliffen, danach die Oberfläche farblich gestaltet werden. Hierzu nutze ich gerne Pigmente und Bindemittel, selten auch Acrylfarben o. Ä., wenngleich ich die Kombination von Pigment und Schellack präferiere. Auch das Gießen ist mit diesem Material möglich.

Neben dem Werkstoff Stein wirkt eine Figur in Bronze auch immer sehr hochwertig, was sicher mit dem hohen Gewicht aber auch mit dem goldenen Glanz zusammenhängt. Besonders angenehm ist es, dass man die eigenen Ideen in Wachs sehr genau vorformen kann. In der Gießerei werden dann Gusskanäle aus Wachs angebracht, bevor die Form mit flüssiger Tonmasse ummantelt wird. Ist diese ausgehärtet, kann das Wachs ausgeschmolzen und die heiße und flüssige Bronze eingefüllt werden. Die Tonform ist nach Aushärten des Bronzegusses gut entfernbar. Die Gusskanäle müssen danach ziseliert werden und es sind noch Korrekturen an der Form möglich, entweder abtragend mittels Trennschleifer, Fräse usw. oder ansetzend mittels Schweißgerät. Das Finish, die Patina, kann dann mit ganz verschiedenen Chemikalien erzeugt werden, sodass die Bronzefigur von golden über grün, blau, türkis, braun, grau bis hin zu schwarz wirkt. Diese Vielfalt beeindruckt mich immer wieder. Als ganz besonders schön empfinde ich das Spiel der Patina auf unterschiedlichen Oberflächen, wenn sie sich in den Unebenheiten absetzt, während sie sich an den glatten Oberflächen wieder abreiben lässt. Das erzeugt eine enorme Tiefenwirkung - herrlich!

Ton eignet sich hervorragend für das dreidimensionale Skizzieren von Formen, die dann auf Stein oder Holz übertragen werden sollen. Aber auch für das Modellieren von Plastiken wie Portraits, menschlichen Körpern usw. ist das Material spannend, weil eine Figur langsam wachsen kann. Besonders schön empfinde ich die Spuren, die Finger oder Werkzeug im Ton hinterlassen, die nur eine Prozessstufe sein aber auch bewusst als Stilmittel belassen werden können.

Dem Schrott neues Leben einhauchen - eine herrliche Vorstellung. Und mittels Schweißgerät ist dies auch möglich. Manchmal entstehen so ganz neue Lebensformen, manchmal eher abstrakte Bilder. Das ist ein immer wieder spannender Prozess.

Einen Einblick in meine Arbeiten der letzten Jahre finden Sie in der folgenden Galerie.

 

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Rückmeldungen.

 

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